Kategorie: Allgemein

  • Gemeinsam statt einsam – aktiv für die Medienvielfalt

    Gemeinsam statt einsam – aktiv für die Medienvielfalt

    Die Tür des Verbands Medien mit Zukunft steht allen Medienbetrieben offen, die journalistisch arbeiten.

    Seit unserer Gründung 2017 arbeiten wir als Interessensvertretung von Online- und Printmedien daran, uns untereinander zu vernetzen und als AktivistInnen in eigener Sache zu agieren. Unser Ziel ist, dass kleinere unabhängige Medienhäuser endlich einen Platz am Tisch der medienpolitischen Debatte bekommen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ohne uns wäre die Medienvielfalt dieses Landes nicht die, die sie im Moment noch ist. Bei uns ist die Wahrnehmung kollektiver Interessen eine ernste und eine ernstgemeinte Sache. ZeitungsverlegerInnen stehen für Onlinemedien ein, Kulturmagazine für Citizen Journalism-Portale, Recherchenetzwerke für Wissenschaftsmagazine. Und vice-versa. Als Mitglieder ohne Stimmrecht unterstützen uns Berufsverbände und Gewerkschaften der Medienschaffenden und von Forschenden im Bereich Publizistik.

    Als Verband sind wir nahbar und haben schlanke Strukturen: Die Arbeit in Geschäftsstelle und im Lobbying wird von den einzelnen Mitgliedern vom Verband nicht vergütet, die Mitgliedsbeiträge sind daher sehr tief und auch für kleine Betriebe leistbar.

    Was spricht für einen Beitritt?

    1. Wir sind Medienvielfalt!

    «Die» Medien sind weit mehr als die drei verbliebenen nationalen Medienhäuser. Die inhaltliche und formale Vielfalt ist in der Schweiz durch Klein- und Kleinstverlagen definiert. Vom Wissenschaftsmagazin bis zur Zeitung, die ihren MacherInnen gehört, vom Innerschweizer Online-Portal über das Kulturmagazin aus Lausanne, vom Mitmachportal aus der Romandie bis zum Zürcher Rettungsanker der Demokratie. Diese lebendige Mischung an AkteurInnen muss sich gemeinsam öffentlich Gehör verschaffen, und darf nicht im eigennützigen Getöse der Grossverlage untergehen.

    2. Wir mischen uns in die Medienpolitik ein!

    Die öffentliche Debatte zur Medienzukunft Schweiz wurde bis 2017 von den grossen Monopolisten und ihren oft kurzfristigen finanziellen Interessen dominiert. Eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Medienstandorts Schweiz stand bei diesen Diskussionen nicht im Vordergrund, vielmehr geht und ging es um den Erhalt von Renditeobjekten, in denen die Publizistik zunehmend zur Nebensache wird. Die Stimme der Medienvielfalt als Grundvoraussetzung für journalistische Wertschöpfung soll in der politischen Debatte auf sämtlichen Ebenen wesentlich klarer und hörbarer vertreten sein. Der Verband Medien mit Zukunft sucht deshalb die Verankerung in politischen Debatten und das vertiefte Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Medienpolitik. Er lanciert Vorstösse und bringt aktiv Ideen in die politischen Prozesse rund um die neue Ausgestaltung der Medienlandschaft.

    3. Wir verstehen Kollaboration als Gebot der Zeit!

    Wir sehen in der Zusammenarbeit das Gebot der Stunde. Die Zusammenarbeit ist dabei ein Miteinander unter Gleichen. Unabhängig von der Höhe des Umsatzes resp. Grösse des Verbandsbeitrages hat jedes Mitglied des Verbands Medien mit Zukunft in der Mitgliederversammlung eine Stimme – es sind also alle teilnehmenden Betriebe gleichberechtigt.

    4. Wir stehen für Unabhängigkeit ein!

    Der Verband Medien mit Zukunft ist überzeugt davon, dass sich wirkliche Medienvielfalt nur durch eine Vielzahl von wirtschaftlich unabhängigen Stimmen abbilden lässt. Die Autonomie einzelner Medienanbieter ist deshalb unbedingt zu fördern und zu verteidigen. Der Verband Medien mit Zukunft sieht angesichts des zunehmenden Marktversagens in der Medienbranche die Notwendigkeit einer neuen, umfassenden Medienförderung als gegeben. Diese Förderung soll den Wettbewerb der Inhalte um die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer fördern und auf lange Sicht einen funktionierenden Medienmarkt ermöglichen, der zugleich Grundstein ist für eine lebendige Demokratie ist in der Schweiz.

    5. Wir haben keine Angst vor der Digitalisierung!

    Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Die bisherigen Ertragsmodelle zur Finanzierung des Journalismus funktionieren zu grossen Teilen nicht mehr. Eine Erkenntnis setzt sich zudem durch: Um Qualitätsinhalte zu erstellen und zu verbreiten, braucht es nicht zwingend Druckmaschinen, Lastwagenflotten oder Millionen von Franken auf dem Firmenkonto zur freien Verfügung, sondern Mut, neue Wege einzuschlagen. Sowohl auf der Einnahmen- als auch auf der Ertragsseite sucht der Verband Medien mit Zukunft nach neuen Ansätzen und Möglichkeiten für seine Mitglieder. Die Digitalisierung sehen wir grundsätzlich als Chance, uns gemeinsam weiterzuentwickeln.

    Wir würden uns freuen, wenn wir auch Sie bald zu unseren Mitgliedern zählen dürften. Bei Fragen steht Interessierten die Co-PräsidentInnen Simon Jacoby und Camille Roseau zur Verfügung.

    • Link zu allen Personen, die dir weiterhelfen wollen – der Vorstand ist freundlich und breit aufgestellt.
    • Link zu den Statuten (der VMZ ist als Verein organisiert)
    • Link zum Anmeldeformular (downloaden, ausfüllen und per Mail oder Post an uns schicken) und zum Beitragsreglement.
  • «Pacte de l’Enquête et du Reportage» sucht Geschäftsführer*in

    «Pacte de l’Enquête et du Reportage» sucht Geschäftsführer*in

    Der Verband Medien mit Zukunft ist zusammen mit sechs weiteren Organisationen in der Trägerschaft eines neuen Vereins – «Pacte de l’Enquête et du Reportage» – der sich zum Ziel setzt, journalistische Recherche-Projekte mitzufinanzieren.

    Der in der französisch- und deutschsprachigen Schweiz gut verankerte Verein sucht eine initiative Persönlichkeit, die sich mit einem Pensum von 30% bis 40% im nächsten Jahr um die Geschäfte und Organisation des Fonds kümmert. Ideal für eine*n gut vernetzte*n freischaffende Person aus dem Medienbereich.

    Zum Stelleninserat

     

  • Medienförderungs-Paket – bloss keine weiteren Verzögerungen mehr!

    Medienförderungs-Paket – bloss keine weiteren Verzögerungen mehr!

    Die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hat beschlossen, dass weitere Abklärungen bezüglich der Förderung von Online-Medien nötig seien. Der Verband Medien mit Zukunft befürchtet dadurch eine Verzögerung beim dringend benötigten Medienförderungs-Paket.

    Der Verband Medien mit Zukunft spricht sich seit Jahren für eine Print- als auch Onlinemedien-Förderung aus. Fördert der Bund wie bis anhin nur die traditionellen Medien, führt dies zu einer weiteren Abnahme der Medienvielfalt. Um den rasanten Strukturwandel im Medienbereich abzufedern, sind Massnahmen dringend angezeigt – gerade auch angesichts der Corona-Pandemie, die die Situation der Medien weiter verschärft hat. Es ist mehr denn je wettbewerbsverzerrend und entspricht nicht mehr der Realität, wenn noch nach Medienerscheinungsform unterschieden wird.

    Die KVF hatte das Massnahmenpaket zugunsten der Medien bereits Ende August aufgeteilt und die Online-Förderung so verzögert. Das Plenum des Nationalrats schickte die Vorlage im September jedoch wieder an die Kommission zurück mit dem Auftrag, das Paket insgesamt zu beraten. Dies auch vor dem Hintergrund der Appelle verschiedener Medienverbände und Verleger*innen, die auf die Dringlichkeit der Vorlage hingewiesen hatten.

    Die Verwaltung hat der Kommission in den letzten Monaten bereits umfangreiche Dokumentationen zur Verfügung gestellt. Der VMZ hat sich an den entsprechenden Umfragen beteiligt und kennt daher die angefragten Sachverhalte, die alle wesentlichen Fragestellungen beinhalten. Vor diesem Hintergrund können die diversen neuerlichen Prüfaufträge nur als weitere Verzögerungstaktik interpretiert werden.

    Für den VMZ ist eine Online-Förderung, die nur die IT-Infrastruktur fördert, nicht zweckgemäss und bei weitem nicht ausreichend. Diese Kosten sind sehr unterschiedlich bezüglich Zeitpunkt und Unternehmensgrösse. Bei kleineren Medienbetrieben z.B. erreichen die Serverkosten keine fünfstellige Zahl. Eine Analogie zur Höhe der Posttaxenverbilligung besteht hier also nicht.

    Ebenso ist wenig sinnvoll, die Förderung nur über Steuererleichterungen durchzuführen. Der VMZ ist auch gegen ein Gegeneinanderausspielen von Print und Online, sondern hat sich immer dafür eingesetzt, dass Medien unabhängig von ihrer Produktions- und Erscheinungsform gefördert werden. Nur das ist zukunftsgerecht.

    Der Verband Medien mit Zukunft appelliert an die KVF-N, die Beratungen zum Medienförderungs-Paket unverzüglich fortzusetzen. Wenn die Beratungen von National- und Ständerat nicht in der Frühlingssession abgeschlossen werden, kann nicht einmal gewährleistet werden, dass das Gesetz per Anfang 2022 in Kraft tritt. Das könnte für einige Medienbetriebe bereits zu spät sein.

  • Online-Medienförderung: Nationalrat korrigiert Fehlentscheid der Kommission

    Online-Medienförderung: Nationalrat korrigiert Fehlentscheid der Kommission

    Der Verband Medien mit Zukunft (VMZ) ist erfreut, dass der Nationalrat das Massnahmenpaket zur Medienförderung heute an die Kommission zurückgewiesen hat. Mit diesem vernünftigen Entscheid können in Zukunft nicht nur gedruckte Medien, sondern auch Online-Medien gefördert werden.

    Der VMZ ruft National- und Ständerat dazu auf, das vom UVEK vorgeschlagene Paket in seiner Gesamtheit möglichst schnell zu verabschieden und damit die Medienvielfalt zu stärken und den dringend benötigten Strukturwandel zu unterstützen.

    Die vorgesehenen 30 Millionen Franken pro Jahr werden jedoch nicht reichen, die Online-Medien für den demokratischen Diskurs angemessen zu stärken. Für die Online-Förderung muss der gleiche Betrag wie für die Print-Förderung zur Verfügung stehen. Im Minimum fordern die Verlegerinnen und Verleger des VMZ folgerichtig bereits seit drei Jahren einen jährlichen Betrag von 50 Millionen Franken.

  • Appell von 10 Medienorganisationen an den Nationalrat: Es muss zusammengeführt werden, was zusammengehört

    Appell von 10 Medienorganisationen an den Nationalrat: Es muss zusammengeführt werden, was zusammengehört

    In seltener Einigkeit schliessen sich 10 Verbände mit Bezug zur Schweizer Medienlandschaft zusammen, um sich im Interesse der Medien- und Meinungsvielfalt in der Schweiz gegen ein Abtrennen der Onlinemedienförderung von der Printförderung auszusprechen.

    Am Donnerstag, 10. September 2020 behandelt der Nationalrat das Massnahmenpaket zugunsten der Medien. Die vorberatende Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen beantragt dem Nationalrat mit knapper Mehrheit, das Massnahmenpaket zugunsten der Medien in zwei Teile aufzuteilen. Die vorgesehene Onlinemedienförderung würde damit aus dem Massnahmenpaket ausgegliedert und zu einem späteren Zeitpunkt behandelt, die Subventionen für die Presse hingegen würden erhöht werden.

    Zahlreiche Verbände aus der Schweizer Medienlandschaft haben sich in einer einmaligen Aktion zusammenge-schlossen, um aus ihrer Position, die sie schon in der Kommissionsanhörung vertreten haben, gemeinsam einen Ap-pell an die Nationalrätinnen und Nationalräte zu formulieren: Führen Sie zusammen, was zusammengehört.

    Abtrennung gefährdet auch die Printförderung

    Onlinemedien nehmen einen wichtigen Platz in der Schweizer Medienlandschaft ein, als Arbeitgeber*innen wie auch als Akteure der Meinungsvielfalt. Die Verbände sind der Überzeugung, dass es richtig ist, ein Gesamtpaket zu beschliessen, welches bestehende und bewährte Kanäle stärkt und gleichzeitig neue Wege der Medienförderung ermöglicht. Eine Abtrennung der Onlinemedienförderung würde das dringend notwendige Medienpaket als Ganzes verzögern und gefährden.

    Die unterzeichnenden Verbände appellieren darum an die Nationalrätinnen und Nationalräte zusammenzuführen, was zusammengehört. Stimmen sie gegen das Abtrennen der Digitalförderung und stärken sie die Schweizer Medienland-schaft in ihrer Vielfalt. Die unterzeichnenden Verbände vertreten gemeinsam den Grossteil der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden in der Schweizer Medienbranche. Folgende Verbände haben sich dem Appell angeschlossen:

    Verband Medien mit Zukunft (Camille Roseau, Co-Präsidentin, +41 44 448 14 54)

    Médias Suisses (Daniel Hammer, Secrétaire général, +41 78 813 31 10)

    Verband Schweizer Privatradios (VSP) (Jürg Bachmann, Präsident, +41 79 600 32 62)

    RRR – Radios Régionales Romandes (Philippe Zahno, Président, +41 79 459 72 85)

    UNIKOM – Union nicht gewinnorientierter Lokalradios (Armin Köhli, Vorstandsmitglied, +41 79 621 71 37)

    Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM (Melanie Berner, Fachsekretariat Medienpolitik, + 41 76 441 52 42)

    Syndicom, Gewerkschaft Medien und Kommunikation (Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin, Leiterin Sektor Medien, + 41 79 773 40 53)

    Impressum (Michael Burkard, Zentralsekretär, +41 79 770 26 03)

    Media forti (Manuel Puppis, Präsident, +41 79 856 22 09)

    TELESUISSE (André Moesch, Präsident, +41 79 203 40 03)

  • Bevölkerung in der Schweiz ist klar für Förderung von Online-Medien

    Bevölkerung in der Schweiz ist klar für Förderung von Online-Medien

    Die klare Mehrheit der Schweizer Stimmbürger*innen ist für eine staatliche Medienförderung – und das über alle Parteigrenzen hinweg. Das zeigt eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern.

    Am 10. September debattiert der Nationalrat über das neue Massnahmenpaket des Bundesrates zur Förderung von Medien. Auch über die finanzielle Unterstützung für Online-Medien. Wie die Studie nun zeigt, befürwortet eine Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung dieses Paket und spricht sich für die Gleichbehandlung von Print und Online aus.

    Denn längst sind nicht mehr nur gedruckte Zeitungen wichtig für die Demokratie: 85 Prozent der Befragten erachten Online-Medien als wichtig, in den Rand- und Bergregionen sind diese Werte sogar noch höher. 57 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Branche der Meinung, dass sowohl Print- als auch Online-Medien mit staatlichen Mitteln unterstützt werden sollen. Sie stärken damit die Position und die Vorlage des Bundesrates.

    Kein Problem für Unabhängigkeit der Medien

    Das neue Mediengesetz wird laut den Ergebnissen von drei Vierteln der Schweizer Bevölkerung unterstützt. Über alle Parteigrenzen hinweg findet das Massnahmenpaket zur Förderung von Print- und Onlinemedien grosse Zustimmung. Anhänger*innen der SVP sind überraschenderweise zu 54 Prozent für das neue Gesetz, bei der FDP und der CVP sind es 78 Prozent, bei GLP, SP und den Grünen liegt die Zustimmungsrate bei über 90 Prozent.

    Das Institut schreibt im Bericht zur Studie, dass den Stimmberechtigten bewusst sei, «dass Qualität nicht vom Übermittlungskanal abhängig ist». Und weiter: «Die Stimmberechtigten erachten es als richtig, dass der Staat die Medienvielfalt finanziell fördert, sofern die redaktionelle Unabhängigkeit der Medien dadurch nicht verletzt wird. Die Relevanz der Medien gilt explizit auch für Onlinemedien. Man informiert sich (auch) via Online-Medien über politische Ereignisse. Dabei müssen die Stimmberechtigten nicht auf Qualität verzichten.» Die gesamtschweizerischen Ergebnisse sind ein deutliches Signal an die Mitglieder des Nationalrates, die Vorlage des Bundesrates in seiner Gesamtheit zu verabschieden.

    Zur Studie

    Die Studie wurde im Auftrag vom Verband Medien mit Zukunft eigenständig von der gfs.bern durchgeführt. An der repräsentativen Umfrage nahmen zwischen dem 25. August und dem 1. September 2020 710 Personen teil.

    Alle Ergebnisse der Umfrage (PDF)

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Präsidium des Verbandes:

    Camille Roseau, Co-Präsident*in VMZ, camille.roseau@medienmitzukunft.org
    Simon Jacoby, Co-Präsident*in VMZ, simon.jacoby@medienmitzukunft.org

  • Verband Medien mit Zukunft: Verärgert über NR-Kommissionsentscheid

    Verband Medien mit Zukunft: Verärgert über NR-Kommissionsentscheid

    Der Verleger*innenverband VMZ kritisiert den Entscheid der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen scharf. Diese hat das neue Massnahmenpaket zur Medienförderung aufgeteilt und damit die Online-Förderung von der Print-Förderung abgespalten und auf die lange Bank geschoben.

    Der Verband Medien mit Zukunft hat sich in den vergangenen Monaten und Wochen intensiv für das von Bundesrätin Simonetta Sommaruga vorgeschlagene Massnahmenpaket eingesetzt. Die Aufteilung in Print- und Online-Massnahmen ist für den VMZ ein grosser Fehler. Die Kommission des Nationalrats stellt sich damit gegen die Medienvielfalt und verhindert die Modernisierung der Schweizer Medienlandschaft.

    Der VMZ befürchtet einen massiven Einbruch der Medienvielfalt, sollten in Zukunft weiterhin nur die traditionellen Medien gefördert werden, wovon nur die grössten Medienhäuser substantiell profitieren. Dass diese indirekte Medienförderung alleine die traditionellen Verlage nicht retten kann, hat die TX Group am Dienstag mit dem 70-Millionen-Sparpaket selber bewiesen.

    Offiziell unterstützte auch der Verlegerverband (Verband Schweizer Medien) das Gesamtpaket. In den letzten Tagen aber hintertrieben Präsident Pietro Supino und Vizepräsident Peter Wanner die vom eigenen Verband gewählte Position und weibelten vor der Kommissionssitzung in einem doppelten Spiel gegen die Online-Förderung. Dieses Verhalten ist hinterhältig und schlicht unseriös.

    Der Verband Medien mit Zukunft fordert den gesamten Nationalrat auf, in der Herbstsession die Vorlage wieder zusammen zu führen und in die Kommission zurück zu schicken. Wer wirklich am Erhalt der Medienvielfalt und an einem fairen Wettbewerb der Medien interessiert ist, muss Nein sagen zu einer reinen Printförderung. Denn sie löst das Strukturproblem nicht und verzerrt den Markt.

    Bei Fragen wenden Sie sich an das Co-Präsidium Camille Roseau (croseau@woz.ch) oder Simon Jacoby (simon.jacoby@tsri.ch)

  • Stellungnahme zum Massnahmenpaket «Medienförderung»

    Stellungnahme zum Massnahmenpaket «Medienförderung»

    Das am 5. Mai verabschiedete rückwärtsgerichtete Notfallpaket zeigt einmal mehr, wie dringlich die Förderung neuer Geschäftsmodelle und neuer MarktteilnehmerInnen ist. Umso mehr setzen wir als Verband alle Hoffnung in das vorliegende Massnahmenpaket. Der Verband Medien mit Zukunft (VMZ) spricht sich im Grundsatz für das neue Massnahmenpaket zur Medienförderung aus.

    Die Förderung von Online-Medien, von digitalen Infrastrukturen, der Aus- und Weiterbildung, einer Stärkung der Selbstregulierung der Branche sowie von Agenturleistungen sind seit längerem zentrale Forderungen des Verbandes und daher als Bestandteile des Massnahmenpakets ausdrücklich zu begrüssen. Zentral im Sinne der Gleichbehandlung ist, dass neue Medien und Geschäftsmodelle im gleichen Masse gefördert werden wie die bereits langjährig etablierten Titel und Medienhäuser. Nur so kann echte Medienvielfalt ermöglicht und ein nachhaltiger Strukturwandel sinnvoll gefördert werden.

    Ausserdem: Der Verband Medien mit Zukunft ist grundsätzlich der Meinung, dass keine staatliche Förderung, egal ob direkt oder indirekt, an Medienunternehmen ausgezahlt werden darf, die Dividenden von mehr als 5% des ausgewiesenen Jahresgewinns ausschütten. Wir vertreten den Standpunkt, dass ein Konzerncapping (Subventionsmaximum) in Höhe von 5 Millionen CHF festzulegen ist. Wir beziehen uns dabei auf Artikel 3 des Bundesgesetzes über die Förderung von Onlinemedien.

    Im Folgenden erläutert der VMZ seine Positionen zu den vorgeschlagenen Massnahmen.

    Förderung von Online-Medien

    Es ist richtig, dass Online-Medien in Zukunft gefördert werden. Der VMZ fordert statt der vorgesehenen 30 Mio. CHF total 50 Mio. CHF. Mit dieser Gleichbehandlung von Online- und Printanbietern werden nicht nur vornehmlich neuere MarktteilnehmerInnen unterstützt, sondern es wird auch dem veränderten Nutzungsverhalten in der Bevölkerung Rechnung getragen und die digitale Transformation seitens der Medien mit Mitteln der öffentlichen Finanzierung angestossen. Richtig ist zudem, dass die Förderung an vorhandene LeserInnenfinanzierung gekoppelt wird. Ein Mindestanteil von 50 % redaktioneller Berichterstattung auf die gesamten publizierten Inhalte sollte für die Förderwürdigkeit gegeben sein, ausserdem sollten bezahlte Werbung und redaktionelle Inhalte ganz klar zu unterscheiden sein. Nebst LeserInnenfinanzierung soll auch Förderung durch Stiftungen möglich sein, sofern diese steuerbefreit sind (damit ist ein gemeinnütziger Zweck bereits belegt).

    Zentral für die Online-Medienförderung im Sinne der Medienvielfalt ist die Ausgestaltung des degressiven Verteilschlüssels, d.h. je kleiner das Medium, desto grösser der Förderprozentsatz. Die Höchstgrenze von 80 Rappen pro Umsatzfranken ist für uns gut. Den proportional kleinsten Anteil erhalten sollten Medienhäuser mit vielen Titeln, die ganz oder zum Teil von einer Zentralredaktion bespielt werden. Der Erfolg dieses Massnahmenpakets steht und fällt für uns mit der Ausgestaltung des Degressionsschlüssels.

    Digitale Infrastruktur

    Der VMZ unterstützt den Vorschlag des Bundesrates, gemeinsam nutzbare Infrastrukturen zu fördern. Allerdings müssen diese Infrastrukturen Open-Source-Ansätze verfolgen, gemeinnützig sein und Medien vorenthalten sein, die nach journalistischen Standards arbeiten. Sinn und Zweck der geförderten infrastrukturellen Angebote muss die Verbesserung der Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Schweizer Medientiteln im Netz sein, ohne dass sich eine Abhängigkeit entwickelt, wie dies beispielsweise bei Google oder Facebook der Fall ist.

    Änderung des Postgesetzes / Auflagenobergrenze und Kopfblattkriterium

    Der VMZ steht nach wie vor hinter der indirekten Förderung via Posttaxenverbilligung, das Instrument hat sich bewährt. Allerdings ist die Aufstockung auf 50 Mio. CHF zu den in der Botschaft formulierten Bedingungen fragwürdig. Besonders kritisch steht der VMZ der Auflösung der Auflagenobergrenze gegenüber, da die grossen Verlage – mit einer immer noch vergleichsweise hohen Auflage von über 40’000 verkauften Exemplaren pro Ausgabe als Einzeltitel oder über 100’000 im Kopfblattverbund – so übermässig profitieren. Der Verband Medien mit Zukunft ist ausserdem der Ansicht, dass die indirekte Förderung durch Posttaxenverbilligung auf alle journalistisch produzierten Printmedien ausgedehnt werden sollte, unabhängig davon, wie häufig sie erscheinen.

    Agenturleistungen

    Der VMZ begrüsst die finanzielle Unterstützung von unabhängigen Schweizer Nachrichtenagenturen. Diese Agenturen müssen ihre Dienste im Sinne des Service Public allen Schweizer Medien zur Verfügung stellen und gemeinnützig organisiert sein. Eine von der Öffentlichkeit geförderte Agentur sollte nicht gewinnorientiert organisiert sein und ihre Leistungen (evtl. nur Basisdienstleistungen) den Verlagen unentgeltlich zur Verfügung stellen.

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Präsidium des Verbandes.

    Camille Roseau, Co-Präsident*in VMZ

    Simon Jacoby, Co-Präsident VMZ

    Diese Stellungnahme wurde am 7. Mai an die ständerätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen überstellt.

  • Corona-Krise: Verband Medien mit Zukunft fordert 2 Millionen CHF Soforthilfe

    Corona-Krise: Verband Medien mit Zukunft fordert 2 Millionen CHF Soforthilfe

    Die Corona-Krise betrifft alle Branchen. Auch die Verlagswelt. Um zu gewährleisten, dass die unabhängige, journalistische Angebote in der Schweiz auch in der Corona-Krise weiter berichten können, fordert der Verband Medien mit Zukunft zwei Millionen Franken Soforthilfe für Kleinverlage.

    Die meisten Mitglieder des Verbands stecken in einer paradoxen Situation: Unsere Redaktionen sind inhaltlich stark gefordert, die Arbeitsbelastung und die Zugriffszahlen sind in dieser bemerkenswerten Zeit gestiegen, doch die Einnahmen aus Werbe- und Kioskverkäufen oder Event-Sponsorings brechen teilweise oder ganz weg. Die Entwicklung des LeserInnenmarkts in Bezug auf die Abonnements- und Spendenerlöse ist im Moment noch nicht abschätzbar.

    Gerade in Ausnahmesituationen spielen unabhängige und voll funktionstüchtige Medien eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Neben den entsprechenden Bundes- und Kantonsstellen ist es Aufgabe der Journalisten und Journalistinnen, die Bevölkerung zu informieren, Sachlagen einzuordnen und Orientierung zu bieten.

    Die Lage ist schon jetzt dramatisch: Die bereits eingetretenen und aktuell absehbaren Ausfälle belaufen sich bei einigen unserer Mitglieder schon jetzt auf bedrohliche Beträge zwischen 90’000 und 200’000 Franken. Zudem ist im Moment nicht abzusehen, ob und wann sich die Einnahmesituation wieder normalisiert. Die genannten Ausfälle bedrohen kleinere Medienhäuser in ihrer Existenz.

    Der VMZ ersucht daher – ganz im Sinne der zu erhaltenden Medienvielfalt – das Bundesamt für Kommunikation, eine Soforthilfe für Kleinverlage in Höhe von zwei Millionen CHF zu sprechen. Diese Hilfe erlaubt es den Medien, ihre bereits jetzt absehbaren finanziellen Ausfälle bis Ende April zu kompensieren, den Betrieb am Laufen zu halten und weiterhin ihre (nicht nur) derzeit so wichtige gesellschaftliche Rolle wahrzunehmen.

    Mitglieder beim Verband Medien mit Zukunft sind unter anderen Republik, WOZ, Schaffhauser AZ, Tsüri, Higgs, Bajour, Zentral Plus und Saiten. Insgesamt vertritt der Verband 24 Mitglieder.

  • Ist Journalismus noch ein Geschäft oder einfach Kulturgut?

    Ist Journalismus noch ein Geschäft oder einfach Kulturgut?

    Am Mittwoch, 9. Oktober ab 19 Uhr wollen wir im Karl der Grosse in Zürich folgende These mit euch überprüfen:

    Die Zeiten, in denen der Besitz einer Druckmaschine einer Goldgrube gleich gekommen ist, sind vorbei. Was bleibt ist die Überzeugung und das Wissen, dass eine demokratische Gesellschaft weiterhin engagierten und unabhängigen Journalismus braucht; auch wenn damit niemand mehr reich wird. Entwickelt sich der Journalismus also vom Geschäftsmodell zum schützenswerten und schutzbedürftigen Kulturgut? Wird sich die Gesellschaft in Zukunft Medien leisten, wie sie sich heute bereits Kunst und Kultur leistet? Was bedeutet das für die Medienförderung?

    Diese Fragen wollen wir mit euch gemeinsam beantworten.

    Auf dem Podium werden sein:

    • Min Li Marti (Verlegerin und SP-Nationalrätin)
    • Corina Gredig (Nationalratskandidatin GLP Zürich)
    • Dr. Stephanie Grubenmann, Medienwissenschafterin der ZHdK und der HSG (sie erstellt derzeit eine Studie für den Kanton St.Gallen zur kantonalen Medienförderung)

    Moderiert wird das Gespräch von Dennis Bühler (Republik).

    Vorgängig wird es eine kurze Rückschau über das bisherige Verbandsjahr geben, im Anschluss einen Apéro.

    Wir freuen uns auf euch
    Euer VMZ-Team

    PS: Auch wenn die «David gegen Goliath»-Logik ein gutes Narrativ ist, wollen wir weiter wachsen. Wenn ihr also andere Medien wisst, die in den Verband Medien mit Zukunft passen, gern mitbringen!